Heidelberg, 25. April 2002

Download WebSpeech    zu wenig Geld

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

Meine wirtschaftlich schlechte Situation scheint gesamtwirtschaftlich zu sein, das Wirtschaftswachstum weist eine Delle auf.

Politische Zielsetzung ist die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte. Ebenso wie in einem privaten Haushalt oder in einem Unternehmen sollen die staatlichen Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht sein. Weisen alle wirtschaftlichen Einheiten oder Teilnehmer einer Gesellschaft, einschließlich des Staates einen ausgeglichenen, nicht kreditfinanzierten Haushalt auf, so liegt nirgendwo eine Geldquelle, kein neues Geld wird dem Kreislauf zugeführt. Ich behaupte nun, der Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes wird von der staatlichen Schuldenaufnahme verursacht, ohne Verschuldung ware der Zuwachs +/- 0 %. Der absolute Betrag des deutschen Bruttoinlandsprodukt steigt ungefähr gleich der Höhe der Staatsverschuldung, wie in der folgenden Tabelle dargestellt ist (der Vergleich kann nur ungefähr stimmen, da dieser durch Abschreibung, private Verschuldung (siehe Anlage 1) und Auslandsgeschäfte verzerrt wird).

 

Zuwachs Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Staatsneuverschuldung

2002

0,2% - 8,2 Mrd DM

97,79 Mrd DM

2001

1,9% - 72,27 Mrd DM

101,50 Mrd DM

2000

2,6% - 103,37 Mrd DM

34,0 Mrd DM

1999

2,5% - 96,93 Mrd DM

46,5 Mrd DM

1998

3,2% - 121,09 Mrd DM

50,5 Mrd DM

     

1997

2,9% - 105.09 Mrd DM

91,0 Mrd DM

1996

2,4% - 84,98 Mrd DM

131,0 Mrd DM

1995

4,2% - 145,21 Mrd DM

122,5 Mrd DM

1994

5,2% - 172,65 Mrd DM

108,8 Mrd DM

1993

2,7% - 85,30 Mrd DM

129,5 Mrd DM

 

Summe 93-97: 593,2 Mrd DM

Summe 93-97: 582,8 Mrd DM

Tabelle vom 5. Januar 2003

Ohne Neuverschuldung würde das BIP stagnieren. Der Kreislauf des Geldes ist ohne Neuverschuldung konstant, aber die Bevölkerung der meisten Staaten wächst, ferner entstehen ständig neue Kosten durch neu eingeführte Produkte und Konsumansprüche. Die neu hinzukommenden Kosten werden den Ressorts der althergebrachten Ausgaben abgezogen. Ein Verteilungskampf um das Bruttosozialprodukt findet statt. Die USA weisen bei fallendem Staatsdefizit zunehmende Verschuldung auf (Anlage 2). Ergänzend liegt in Anlage 3 eine Tabelle mit Zahlen zu Bruttoinlandsprodukt und Erwerbstätige in Deutschland bei.

Anbei ist noch eine Vorausschau auf das Bruttosozialprodukt (BIP) im Euroraum angefertigt. Deutschland weist in 1999 ein pro Kopf- Bruttosozialprodukt von 26.570 US-Dollar auf, der Durchschnitt im Euroraum wird 22.335,34 US-Dollar sein (Durchschnitt, gewichtet nach Einwohnerzahlen). Ohne Änderungen im Währungssystem werden die Deutschen in der nächsten Zeit um bis zu ca 15 % ärmer, die private oder staatliche Verschuldung wird zum Erhalt oder zur –steigerung des BIP steigen. Auch andere Unternehmen und Privatleute werden davon betroffen sein.

 

1999

1Euro=

Bruttosozial-produkt in US Dollar pro Einwohner

Einwohner

Bruttosozial-produkt gesamt in Milliarden US-Dollar

Deutschland

1,955830

DEM

$26.570,00

82.047.000

2.179,99

Frankreich

6,559570

FRF

$24.210,00

58.847.000

1.424,69

Italien

1.936,270000

ITL

$20.090,00

57.589.000

1.156,96

Spanien

166,386000

ESP

$14.100,00

39.371.000

555,13

Niederlande

2,203710

NLG

$24.780,00

15.698.000

389,00

Griechenland

341,000000

GRD

$11.740,00

10.515.000

123,45

Belgien

40,339900

BEF

$25.380,00

10.204.000

258,98

Portugal

200,482000

PTE

$10.670,00

9.968.000

106,36

Österreich

13,760300

ATS

$26.830,00

8.078.000

216,73

Finnland

5,945730

FIM

$24.280,00

5.153.000

125,11

Irland

0,787564

IEP

$18.710,00

3.705.000

69,32

Luxemburg

40,339900

LUF

$45.100,00

427.000

19,26

Durchschnitt

$22.705,00

Europa

$21.965,95

301.602.000

6.624,97

Quelle:

- Harenberg aktuell,

- Fischer Weltalmanach 2001,

- Worlfactbook ( www.cia.gov/cia/publications/factbook ) des CIA.

 


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Sollte nicht grundsätzlich eine Geldquelle für das BIP geschaffen werden? Beispielsweise könnte jedem Bundesbürger 100,- DM monatlich vom Staat geschenkt werden (kostet ca. 100 Mrd DM jährlich oder ca. 2,5 % BIP), ohne dass der Staat eine Verbindlichkeit für das Geschenk übernimmt, das Geld wird also "neu gedruckt" und die Geldmenge dem jährlich steigendem Wohlstand angepaßt. Oder sollten nicht ein Prozentsatz der Zinsen von Krediten als "neu gedrucktes" Geld dem Schuldner gut geschrieben werden? Die Menge des neu geschaffenen Geldes kann so nicht ins unermessliche steigen. Nutznießer wären kreditfinanzierte Investoren, Privatleute und überschuldete Dritte-Weltstaaten.

Ich bitte Sie als Arbeitnehmer meine Forderungen so gut wie möglich zu vertreten, Ansprechpartner müssten die Finanzdirektionen, Politiker und die EZB – Europäische Zentralbank sein.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Mathias Schmitz

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